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SBB-Sunflower-Lanyards-Stellungsnahme

SBB «Sunflower Lanyards»

Eine Kontroverse oder der richtige Schritt in die richtige Richtung, die die SBB hier geht?

Genau wie viele andere haben wir in den letzten Tagen die Medienberichte, aber auch die
kilometerlangen Kommentare dazu, zur Kenntnis genommen.

Teilweise auch haarsträubende Kommentare, die wir auch als Vorstand eines Autismus-Vereins
einfach einmal zur Kenntnis genommen haben.

Wir haben auch Verständnis, dass dies erst einmal kritisch betrachtet wird, dennoch möchten wir
einfach anmerken, dass es für viele gar nicht nachvollziehbar ist, wie dies aus Sicht der Betroffenen
selbst im Alltag ist und wie die öffentlichen Reaktionen im Moment auch wirken können.

Auch die erneute Unsicherheit, die das gerade für die Betroffenen auslösen kann, inmitten eines
eh schon problematischen Settings im öffentlichen Verkehr. Alleine schon durch die
«Reizüberflutung» im Alltag ist die Reise im ÖV für die allermeisten Autistinnen und Autisten erst
einmal sehr anstrengend.

Es ist daher auch immer wieder eine riesige Herausforderung im Kontakt mit dem Personal der
öffentlichen Verkehrsbetriebe. Auf der anderen Seite das Personal, das genauso gefordert ist, in
einem minimalen Zeitrahmen eine optimale Kommunikation mit den Fahrgästen zu erreichen.

Meine persönliche Erfahrung ist, auch mit dem SBB-Zugpersonal, dass dies immer wieder
schwierig sein kann, auch wenn sich die allermeisten sehr grosse Mühe geben. Es ist häufig nicht
optimal, denn gerade mit unsichtbaren Beeinträchtigungen ist das Personal in den öffentlichen
Verkehrsbetrieben einfach auch am Limit. Dabei braucht es eigentlich oft nicht viel, einfach nur die
Tatsache, dass das Gegenüber weiss, dass ich eine unsichtbare Behinderung habe und in
gestressten Situationen diverse unterschiedliche Problematiken, auch in der Kommunikation,
bis hin, dass man als Betroffener einfach kein Wort mehr herausbringt.

Doch wie soll das Personal mit solchen Situationen umgehen, wenn sie es nicht wirklich
einschätzen können?

Wir begrüssen daher wirklich das Engagement der SBB und hoffen auch, dass sich dies wirklich
schweizweit durchsetzt, denn es bringt erst einmal für alle Beteiligten einfach eine Entlastung.
Es geht hier niemandem darum, Betroffene öffentlich zu diskriminieren. Dazu kommt, dass
niemand dies auch offen tragen muss. Für einige Betroffene kann das dennoch eine angenehme
Lösung darstellen, für andere wie mich werde ich diesen «Bändel» einfach in der Tasche mittragen
und wenn nötig, dies auch dem Personal zeigen.

Nicht zu vergessen, dass auch die SBB klar kommuniziert hat, dass es sich hier um eine Testphase
handelt und die Resonanz massgebend ist, wie sich dies in Zukunft entwickelt. Eine Testphase
bedeutet aber auch, Erfahrungen damit zu sammeln, wo Kritik wie Lob massgebend sind, damit so
was nachhaltig die gewünschte Entlastung für alle bringt.

Wir finden das Engagement der SBB daher als begrüssenswert und hoffen auf grosse Nachahmung.

Autismus Kunterbunt Nordwestschweiz – Asperger-Hilfe Nordwestschweiz
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